Was ist Coaching / Coaching-Verständnis?

Coaching ist eine individuelle prozessbetonte Beratungsform zur Unterstützung, Förderung und Entwicklung von Einzelpersonen oder auch von Gruppen oder Teams. Als Business-Coaching findet die Beratungsleistung in Organisationskontexten statt und ist auf die berufliche Rolle des Klienten fokussiert. Meist wird das Coaching zwischen Unternehmensvertreter (Auftraggeber), Klient und Coach vereinbart.

Als Personal Coaching ist das Coaching weniger fokussiert auf einzelne Rollen. Hier werden auch private Themen erörtert. Auftraggeber ist meist der Klient selbst. Coaching ist immer ein freiwilliger Prozess, der auch von Seiten des Klienten aktiv und selbstverantwortlich unterstützt wird. Das Ziel der gemeinsamen Arbeit zwischen Klient und Coach ist eine Verbesserung der Handlungsfähigkeit durch die Förderung von Selbst-Reflexion und -wahrnehmung, -bewusstsein, -wertgefühl und -verantwortung des Klienten.

Coaching ist keine Experten-Beratung (oder nur in Ausnahmefällen) und ersetzt keine Feldkompetenz und Verantwortungsübernahme in der Steuerung wirtschaftlicher und personaler Handlungen in Unternehmen: Entscheiden und handeln müssen die Klienten in ihren Organisationen oder Lebenszusammenhängen selbst! Ein Coach kann lediglich dabei helfen, Entscheidungen und Handlungen der Klienten im Nachhinein oder im Voraus zu reflektieren oder zu „erproben“. Coaching ist keine Psychotherapie – also keine Behandlung psychischer Leiden und Störungen – und kann Psychotherapie auch nicht ersetzen.

Wie läuft ein Coaching ab?

  1. Bedarf: Auftraggeber und Klient entdecken einen Coaching-Bedarf oder den Wunsch nach individueller Förderung und Unterstützung in einem spezifischen Coaching-Anliegen und einigen sich hierüber. (Im Personal Coaching sind Auftraggeber und Klient i.d.R. dieselbe Person.)
  2. Auftragsklärung: Zusammen mit dem Coach legen Auftraggeber und Klient das Ziel des
    Coachings fest. In dieser Phase soll bereits erkennbar werden, ob Auftraggeber und Klient den Coach als kompetent, hilfreich und vertrauensvoll wahrnehmen (psychologische Vertragsvoraussetzungen) und ob die formalen Voraussetzungen der Zusammenarbeit aus Sicht aller drei Parteien gegeben sind.
  3. Vertrag: Auftraggeber und Coach schließen einen formalen Coaching-Vertrag (Coaching-Rahmen-Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Coach). Alle drei Parteien treffen nun eine schriftliche Vereinbarung, in der das Ziel, die ungefähre Dauer der Maßnahme oder Sitzungshäufigkeit und anderes festgelegt werden.
  4. Ist-Soll-Differenz: Klient und Coach erheben eine Analyse des Ist-Zustandes: Auf welche Weise stellt sich das Anliegen genau (!) dar? Die „Landkarte“ wird erkundet: Welche Begabungen, Neigungen, Werte, Muster, Zusammenhänge, Gefühle, Gedanken, Interaktionen existieren? Klient und Coach formulieren den Soll-Zustand: Was genau ist das Ziel des Klienten in Bezug auf das Coaching-Anliegen? Der Abstand, die Differenz zwischen Ist und Soll wird erkundet.
  5. Lösungswege finden: Klient und Coach entwerfen Lösungswege, die vom Ist- zum Soll-
    Zustand führen. In dieser Phase werden auch die erforderlichen Interventionen, Verfahren, Tools und dergleichen besprochen, die hilfreich erscheinen.
  6. Veränderungsangebote: In der Phase der Interventionen wird der Lösungsweg (mit allen Hindernissen, Seitenstraßen, Sackgassen) beschritten. Interventionen können sein: Zielführende Gespräche, Aktionsmethoden aus den systemischen Verfahren, Imaginationsverfahren, kognitives

Coaching Vertrag (Beispiel)

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Quelle: Angelehnt an den Coaching-Vertrag aus dem staatlich zugelassenen Lehrgang Personal und Business-Coach (Autor B. Migge).